Stadtrundgang auf den Spuren der NS-Zeit in Detmold zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

Zu einem etwas anderen Stadtrundgang in Detmold lud der „Antifaschistische Arbeitskreis Detmold“ ein. „Auf den Spuren der NS-Zeit in Detmold“ erfuhren die Teilnehmerinnen an Hand historischer Fotos und an Originalschauplätzen etwas über die Verfolgung von Juden, den Widerstand und das gesellschaftliche Klima damals in Detmold.

„Gerade angesichts angestiegener neonazistischer Aktivitäten z.B. um den neuen Treffpunkt im Bahnhof in Lage-Ehlenbruch, dem Antisemitismus und der Diskriminierung von Flüchtlingen ist es wichtig, sich mit der NS-Zeit hier in Detmold auseinander zu setzen, denn nur wer bereit ist aus der Vergangenheit zu lernen welche mörderischen Folgen die NS-Ideologie gehabt hat, kann heute die gesellschaftliche Bedeutung des Neonazismus richtig beurteilen und so engagiert auf die Gefahren des Neofaschismus aufmerksam machen.“

Der Rundgang informierte darum nicht nur an Hand prägnanter Beispiele über die langsame Ausgrenzung von Juden aus dem gesellschaftlichen Leben in Detmold, über die Ereignisse der Reichspogromnacht, über die Deportationen in die Vernichtungslager, über die Täter, sondern auch über den mutigen Widerstand gegen die Nazipolitik.

Thematisiert wurden ebenso das Fortwirken des NS-Gedankenguts in heutigen Neonazi-Gruppen und das von vielen nur mit Erstaunen zur Kenntnis genommene Wirken dieser Gedanken in die „Mitte der Gesellschaft“.

Zu jeweils drei historischen Daten (Antirassismustag, Tag der Befreiung und Antikriegstag) finden die Stadtrundgänge statt – auf Nachfrage auch für Gruppen besonders gern für Jugendgruppen und Schulklassen – Siehe Rubrik Stadtrundgänge! Der Rundgang dauert etwa zwei Stunden; Eintritt wird nicht erhoben.

Wer sich im Arbeitskreis engagieren und mitarbeiten möchte ist alle vierzehn Tage Montags herzlich willkommen. Treffen: Siehe Kalender.

Zwischen Abgrund und Aufbruch – Antisemitismus, Vorurteile im Fußball … und was man dagegen tun kann. Gut besuchter Vortrag mit Ronny Blaschke, Journalist, Autor, Berlin.

Für die Bundesrepublik ist 2015 ein besonderes Jahr. Die Befreiung von Auschwitz und das Ende des Zweiten Weltkrieges liegen siebzig Jahre zurück. Doch noch immer leben antisemitische Vorurteile in der Gesellschaft fort. Laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung glauben mehr als 15 Prozent der Befragten, dass Juden in der Bundesrepublik zu viel Einfluss hätten. Wie äußern sich diese Klischees im Fußball? Immer wieder sagen Funktionäre: Der Antisemitismus in den Stadien sei verschwunden. Ronny Blaschke beschreibt eine andere Wahrnehmung: Der Berliner Journalist machte anhand vieler Vorfälle aus jüngerer Vergangenheit deutlich, wie sich die Judenfeindschaft im Fußball gewandelt und verlagert hat – verschwunden war sie nie. Blaschke klärte über Hintergründe auf – und nannte Beispiele, wie das Medium Fußball gegen Antisemitismus genutzt werden kann: 2015 werden die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland fünfzig Jahre alt. Noch bevor sich Politiker die Hände reichten, hatte es einen Austausch zwischen Fußballern aus beiden Ländern gegeben – der Sport hat bis heute hunderte Partnerschaften ermöglicht, zwischen Schulen oder Universitäten. Auch deshalb finden in diesem Sommer erstmals die Europäischen Makkabi-Spiele in Berlin statt. Wo Hitler bei Olympia 1936 sein Regime bejubeln ließ, werden nun mehr als 2000 jüdische Athleten ihre Wettkämpfe austragen. Ronny Blaschke stellte die jüdische Sportbewegung vor – zwischen Abgrund und Aufbruch.

Vita: Der Journalist Ronny Blaschke beleuchtet seit gut einem Jahrzehnt die gesellschaftlichen Hintergründe des Sports. Er beschreibt vor allem Gewalt und Menschenfeindlichkeit im Fußball: unter anderem für das Deutschlandradio, die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit. Mit seinem Buch „Versteckspieler – Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban“ löste er eine intensive Debatte über Homophobie aus. Mit „Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“ bestritt er rund 200 Vorträge: in Fanprojekten, Schulen, Jugendtreffs. Für seine Arbeit wurde Blaschke mehrfach ausgezeichnet, z. B. 2013 mit dem Julius-Hirsch-Ehrenpreis des DFB. 

Erfolgreiche Demonstration am 7.2.: Detmold bleibt bunt! Stoppt Pegida/Rassismus! Flüchtlinge willkommen!

Auf Initiative des “Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold” fand jetzt auch in Detmold eine Aktion gegen den Rassismus der Pegida statt. Beginn der Kundgebung war um „Fünf vor Zwölf“. Mit der ungewöhnlichen Uhrzeit wurde deutlich gemacht, dass es höchste Zeit ist, der sich oft islamfeindlich und rassistisch gebenden Pegida-Bewegung entschiedenen, demokratischen Widerstand entgegen zu setzen. “Wir freuen uns über diese gelungene, bunte Aktion”, so Volker Wiemann vom Arbeitskreis. Es geht darum klar zu stellen, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in einem bunten Detmold keinen Platz haben. Jeder von uns ist gefordert, sich dem menschenfeindlichen Gedankengut des Rassismus entgegen zu stellen und Flüchtlingen in Detmold weiterhin zu signalisieren – ihr seid in Detmold willkommen! Aus diesem Grunde sammelt der Arbeitskreis auch weiterhin Unterschriften unter den von vielen hundert Menschen unterzeichneten Aufruf gegen Rassismus, den wir im folgenden dokumentieren – über weitere UnterstützerInnen über unseren E-mail Kontakt freuen wir uns!  kontakt@antifa-detmold.de

Detmolder Aufruf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit

Wir Detmolderinnen und Detmolder sind wütend und traurig über zunehmenden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wie er sich zum Beispiel in der so genannten Pegida-Bewegung äußert.  Wir alle sind aufgefordert, Verantwortung für das Schicksal  von Einwanderin­nen,  Einwanderern und Flüchtlingen in unserer Mitte zu übernehmen.

Wo sich Gewalt gegen Menschen richtet, nur weil sie EinwanderInnen und Flüchtlinge sind, wird die Würde dieser Menschen verletzt. Wie schnell fremdenfeindliches, rassistisches Gedankengut in Gewalt gegen Menschen umschlagen kann, zeigen Gewalttaten  in den letzten Jahren. Wir alle sind mitverantwortlich, wenn menschenfeindliches Gedankengut sich weiter ausbreiten kann. Wir nehmen das Menschenrecht in Artikel eins Grundgesetz ernst „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.  Gegenüber den verfolgten Menschen erklären wir uns bereit, sie jederzeit vor Angriffen und Diskriminierungen zu schützen. Wir erklären darum jeder/jede für sich:

Gegen Nazis und Rassisten – Ich greife ein!

Wir richten uns gegen jede Art von Fremdenfeindlichkeit im Alltag. Dazu gehört auch unsere Unterstützung von Aktivitäten gegen Neonazis, die NPD oder die AfD; immer wieder äußern sich besonders Mitglieder dieser Gruppen fremdenfeindlich oder rassistisch. Wir unterstützen darum eine Informationskampagne gegen diese Gruppen und wirken aufklärend in unserem Freundes- oder Bekanntenkreis.

Gemeinsam können wir die Nazigruppen stoppen.

Wir Detmolderinnen und Detmolder wollen, dass Menschen, die bei uns Zuflucht suchen vor Bürgerkrieg, Terror, Hunger und Verfolgung, hier unter menschenwürdigen Lebensbedingungen und in Sicherheit leben können. Dazu gehört auch, dass Flüchtlinge nicht an der Grenze zurückgewiesen werden, sie ein faires Asylverfahren bekommen und in menschenwürdigen Häusern leben können. Wir wenden uns  auf Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention gegen Abschiebungen in Länder, in denen Flüchtlinge an Leib, Leben oder Freiheit gefährdet sind. Wir setzen uns ein für einen

Abschiebeschutz für gefährdete Flüchtlinge.

    Wer sich öffentlich zur Flüchtlingspolitik äußert, muss die Folgen mitbedenken. Wir fordern dazu auf, Worte wie “Asylantenflut”, “Ausländerschwemme”, “Aussiedlerstrom” nicht zu benutzen.

          Es geht um Menschen – nicht um eine Naturkatastrophe!

Viele Menschen leiden  unter Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und wachsender Armut. Die Schwierigkeiten bei der Lösung dieser sozialen Probleme dürfen nicht dazu führen, dass wir EinwanderInnen und Flüchtlinge für diese Probleme verantwortlich machen und unsere Augen vor der Not anderer verschließen.

 Dies ist die Welt aller Menschen!

Wir Detmolderinnen und Detmolder möchten auf Flüchtlinge zugehen, z.B. nehmen wir sie auf  in Vereinen, Gruppen und Veranstaltungen oder, wo uns dies allein nicht möglich ist, machen wir diesen Schritt gemeinsam mit anderen bzw. unterstützen beispielsweise Kirchengemeinden dabei. Gemeinsam mit Flüchtlingen und EinwanderInnen setzen wir uns ein für die Verwirklichung des Menschenrechtes in Artikel drei Grundgesetz:

“Niemand darf wegen…seiner Heimat und Herkunft…benachteiligt…werden.”

Wir Detmolderinnen und Detmolder wollen aktiv gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vorgehen.

Stoppt den Rechtsrock in Lage-Ehlenbruch!

Seit kurzem ist bekannt, dass die so genannte Road Crew OWL den ehemaligen Bahnhof in Lage-Ehlenbruch erworben hat; diese Gruppe hat dort, genauso wie in der Vergangenheit schon an anderen Orten, ein Rechtsrockkonzert organisiert. Aus vielen Veröffentlichungen unter anderem auch durch den Film “Blut muss fließen …Undercover bei Nazirockkonzerten” ist bekannt, dass nicht nur rassistische und volksverhetzende Texte durch die dort auftretende Bands verbreitet werden, sondern ebenso durch die Zuschauer Hitlergrüsse gezeigt und antisemitische Texte gerufen werden. Ebenso ist bekannt, dass durch solche Konzerte aufgehetzt, es in der Vergangenheit nach solchen Konzerten zu Überfällen von Konzertbesuchern auf Migranten gekommen ist.

Wir sind darum der Meinung, dass wir nicht zu gucken dürfen, wie sich dort ein Treffpunkt etabliert, der regelmäßig von Neonazis und anderen äußerst Rechten besucht wird. Die Zivilgesellschaft muss darum aufstehen, um sich diesem Treiben entgegen zu stellen.

Die AfD (Alternative für Deutschland) – eine rechtspopulistische Partei!

Der Antifaschistische Arbeitskreis Detmold hatte den Autor („Rechte Eurorebellen“, die AFD) und Soziologen Andreas Kemper aus Münster eingeladen, um über die rechten und antidemokratischen Tendenzen der „Alternative für Deutschland“  zu informieren. In Lippe wurde die AfD bei der Kreistagswahl mit zwei Vertretern in den Kreistag gewählt.

Viele Menschen vergleichen die AfD mit der Partei „Die Republikaner“, mit der „FPÖ“ Haiders in Österreich oder der „Front National“ in Frankreich. Fakt ist, dass nur wenige Forderungen und Hintergründe dieser neuen Partei kennen. Andreas Kemper hat darum detailreich und an Hand vieler Beispiele aufgezeigt welche rassistischen und antidemokratischen Tendenzen in der Partei erkennbar sind

So treten beispielsweise Führende Parteifunktionäre und Repräsentanten der AfD  für eine “Reform der politischen Entscheidungsstrukturen” ein, die auf eine Reduzierung der Beteiligungsmöglichkeiten von sozial benachteiligten Gruppen hinausläuft.  Das begann bereits 2005, als Partei-Repräsentant Hans-Olaf Henkel (ehemaliger Präsident der Arbeitgebervereinigung BDI) bedauerte, dass es in Deutschland kein Mehrheitswahlrecht gäbe; als Partei-Gründer Konrad Adam diskutierte, das Wahlrecht für Arbeitslose abzuschaffen; als Roland Vaubel, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der AfD, Überlegungen anstellte, der “Unterschicht” das passive Wahlrecht zu entziehen.

Zudem haben Herrmann Behrendt aus dem Landesvorstand NRW und Jörn Kruse vom wissenschaftlichen Beirat der AfD Alternativkonzepte für das  parlamentarisches System entwickelt. Dabei will Behrendt unter anderem das Parlament abschaffen und äußert beispielsweise, dass es darum gehen müsse, für “falsche Migranten” und “Arbeitsscheue” die Interessenvertretung einzuschränken.

Die AfD ist in weiten Teilen die von einigen herbeigesehnte “Sarrazin-Partei”. Denn die AfD bedient mit Forderungen wie die gegen eine “ungeordnete Zuwanderung in unsere Sozialsysteme”  Vorurteilsstrukturen, wie sie unter anderem Sarrazin pflegt. Und das hat vor allem mit den sozialen Netzwerken zu tun. Man könnte die AfD gut und gerne als erste “Facebook-Partei” bezeichnen, die ihr “Marketing” vor allem über dieses Netzwerk betreibt.

Als inoffizielles Parteiorgan der AfD darf man die „Junge Freiheit“ ansehen. Diese extrem rechte Wochenzeitung und die AfD profitieren gegenseitig voneinander. Während die Junge Freiheit die rechtskonservative Szene ganz massiv auf die AfD einstimmt, wird dieselbe seitens der AfD immer wieder als normale bürgerliche Zeitung beschrieben. Insofern ist es eigentlich nur konsequent, dass die AfD inzwischen massiv auch um NPD-Wähler wirbt.

Die Veranstaltung wurde unterstützt von der „Detmolder Alternative“ und dem Verein „Antifaschistische Kultur und Politik“.

NSA, Vorratsdatenspeicherung, Überwachung und kein Ende? Was kann ich tun? Wie kann ich mich schützen?

 

Auf Einladung der Wählerinitiative „Detmolder Alternative“ und in Kooperation mit dem “Antifaschistischen Arbeitskreis Detmold” fand jetzt ein Vortrag zu NSA, Vorratsdatenspeicherung, Überwachung und wie man sich als Bürger schützen kann, statt.

Seit den Enthüllungen von Edward Snowden wissen wir es mit Sicherheit: Der US-Geheimdienst NSA spioniert uns aus und durch die Vorratsdatenspeicherung soll unser Telefonier- und Surfverhalten gespeichert werden. Zudem bleibt durch die Videoüberwachung kein Schritt mehr unbemerkt. Überwachungen und Eingriffe in unsere Privatsphäre sind allgegenwärtig und durchdringen unseren Alltag. Die Folgen sind verheerend: Unsere Privatsphäre wird immer weiter ausgehöhlt – und das meist unbemerkt. Wie sollen wir damit umgehen? Was können wir tun?
Die Soziologin Luise Papendorf  vom Verein Digitalcourage e.V. sprach auf der Veranstaltung  über den Kampf gegen die alltägliche Überwachung. Dabei ging sie auf die Möglichkeiten digitaler Selbstverteidigung ein und gab Tipps, wie man seine Privatsphäre online schützen kann. Unter diesem Link findet man Wissenswewrtes im Detail: www.digitalcourage.de

Zum Tag der Befreiung vom Faschismus – Straßenmusik mit “Klaus der Geiger”

Auf Einladung des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold spielte das „Maximum Terzett“ am Donnerstag 8. Mai – dem Tag der Befreiung vom Faschismus – ab 20.30 Uhr im „Paraplü“, Bruchmauerstr. 7.  Zum „Maximum Terzett“, gehören neben dem bundesweit bekannten Straßenmusiker aus Köln „Klaus der Geiger“ noch Hans “Festl” Wild, Liedermacher und Kneipenwirt aus Blaubeuren bei Ulm an der Gitarre und Christian Presch aus Bielefeld am Bass.
Und wo immer das Trio um den „Meister der Straßenmusik“ aufspielt, in Fußgängerzonen, Kneipen, Konzertsälen oder auf Festivals, die drei begeistern das Publikum mit ihrer Lebens- und Spielfreude, mit der vielseitigen Mischung aus neuen Texten zu bekannten Melodien, deutlicher Zeitkritik und ausgelassener Unterhaltung.

Für sein Engagement erhielt „Klaus der Geiger“ viel Anerkennung. Die Jury des Musikprojektes „Sounx of Colonia“ wählte ihn 2006 zur „Living Legend, als „Anerkennung, Respekt und Motivation für die musikalische Begabung, Bescheidenheit und das unermüdliche gesellschaftspolitische Engagement“.  In vielen Auseinandersetzungen mit Polizei und Ordnungsamt erkämpfte er sich seinen Platz (nicht nur) auf Kölns Straßen und wurde zum musikalischen Sprachrohr der kleinen Leute, Hausbesetzer, Kernkraftgegner und der Verlierer des Wohlfahrtsstaats.

Beeindruckende Solidarität mit Volker Wiemann! – Prozess gegen Verunglimpfung in einer neonazistischen Homepage

Volker Wiemann – Gründungsmitglied des Antifaschistischen Arbeitskreises Detmold im Jahre 1981 – setzte sich mittels einer zivilen Unterlassungsklage gegen einen verunglimpfenden Internetartikel einer Detmolder Neonazigruppe zur Wehr. Diese Klage wurde nun verhandelt. Das Ergebnis: Der Beklagte – Mitglied einer örtlichen Neonazigruppe – darf die verunglimpfenden Inhalte nicht weiter verbreiten und trägt Gerichts- und Anwaltskosten!

Die Neonazigruppe war in der Vergangenheit schön häufiger im Blickfeld der Polizei, da sie beispielsweise nach dem Bekannt werden der NSU(Nationalsozialistischer Untergrund)-Morde das Logo eines Bekennervideos der NSU den rosaroten Panther in ihren Veröffentlichungen benutzte. Kenner der Szene berichten von eindeutigen rassistischen Inhalten des Internetauftrittes, Verherrlichung von SS-Verbrechern wie Priebke, Unterstützung der Vertreibung einer Sintifamilie in Pivitsheide durch rassistisch motivierte Jugendliche, Aufrufe zu bundesweiten Aktivitäten der Neonazis und ähnlichem mehr.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass mich so viele Menschen aus Detmold durch ihre Anwesenheit in der öffentlichen Verhandlung unterstützten und so den Neonazis zeigten, dass die demokratische Öffentlichkeit solche Angriffe gegen Antifaschisten nicht akzeptiert“, so Volker Wiemann.

 

Vortrag: Nazirockmusik, Rassismus und Gewalttaten – Die Neonaziszene in der BRD und in Lippe Do. 13.3. 20.00 Uhr, alte Pauline, Bielefelder Str. 3

Mindestens 10 Menschen hat die Terrorgruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) ermordet. Diese schockierende Erkenntnis weckte Ängste und eine große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit: Kann so etwas auch in Ostwestfalen-Lippe passieren? Gibt es auch hier Neonazis und feste Strukturen?

In OWL und auch in Detmold gibt es so genannte „alte Kader“, die seit über 20 Jahren in der Szene aktiv sind und auch schon mit Sprengstoff hantiert haben, es gibt neonazistische Rock-Bands und Rapper, es gibt ein Netzwerk von “Kameradschaften”. Junge Menschen werden über eine neonazistisch geprägte Lebenswelt an den organisierten Neonazismus herangeführt. Auch in Detmold ist die Verfestigung einer solchen Szene mit Jugendlichen und Heranwachsenden zu beobachten.

Leider schreckte diese Szene – genauso wie bundesweit zu beobachten -  auch vor Gewalttaten nicht zurück: neben Anschlägen, darunter auch Brandsätze, gegen das Kulturzentrum alte Pauline, gewalttätige Überfälle auf dies Jugendzentrum und seine Besucher sowie zahlreiche Hakenkreuz- und andere Schmierereien ist besonders die Zerstörung vieler Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof und eine Handgranatenübung zu nennen.

Neben einem immer wieder stark ausgeprägten Antisemitismus – zu nennen sind hier beispielsweise Veröffentlichungen, die den Holocaust leugnen – gibt es Aktivitäten die vom Rassismus gegen Sinti und Roma geprägt sind: So konnten im Jahr 2012 neonazistisch geprägte Jugendliche eine Sintifamilie aus Detmold-Pivitsheide vertreiben – ein Skandal angesichts der Vernichtungspolitik gegen diese Opfergruppe in der NS-Zeit.

Zu der Veranstaltung lädt der Antifaschistische Arbeitskreis Detmold ein.

Rechtlicher Hinweis: Neonazis, Mitglieder extrem rechter Organisationen und deren Anhängerinnen und Anhänger haben zu dieser Veranstaltung keinen Zutritt.

Blut muss fließen …Undercover bei Neonazi-Rockkonzerten. Gelungene und gut besuchte Filmveranstaltung am 17.10. 2013

„Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ ist ein Dokumentarfilm und Buch über das konspirative Milieu von Rechtsrock-Konzerten. Der Film basiert auf einer neunjährigen verdeckten Filmrecherche des Journalisten Thomas Kuban auf Nazi-Konzerten, die die extreme Gewaltbereitschaft, Rassismus, Antisemitismus und wiederholte Volksverhetzung darstellt.  Der Film selbst geht auf die Konzertszene, deren Hintergründe und das öffentliche und politische Bild ein. Viele Konzerte werden durch das verbotene Netzwerk „Blood and Honour“, Division 28, aber auch der NPD und deren Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten organisiert, bei welchen es zum Teil zu Straftaten, meist Volksverhetzung, kommt. Die verdeckten Konzertmitschnitte sind der Hauptteil des Films. Aus der Perspektive einer Knopflochkamera werden Konzerte mit hauptsächlich von zu Gewalt aufrufenden Texten gezeigt. Auch das Publikum skandiert die Texte mit und unterstützt seinen Ausdruck durch Zeigen des verbotenen Hitlergrußes.

Als Rahmenhandlung werden die verdeckten Dreharbeiten und gesellschaftlichen und politischen Hintergründe dokumentiert. Der Film kritisiert auch Sicherheitsbehörden, die selten einschreiten, und politische Relativierung von Rechtsrock, stellt aber ebenso Bürgerinitiativen vor, die sich erfolgreich gegen Rechtsrock gewehrt haben.

„Blut muss fließen“ wurde privat vorfinanziert und von keiner Filmförderung oder Fernsehanstalt unterstützt. Der Film wurde auf der Berlinale 2012 gezeigt und erhielt den 2. Preis des Alternativen Medienpreis 2012.

Nazirockkonzerte in OWL

Auch in Ostwestfalen-Lippe haben in den letzten Jahren immer wieder Nazirockkonzerte statt gefunden, die teilweise nicht nur von der Polizei nicht aufgelöst wurden, sondern auch noch aktiv beschützt wurden wie in Lemgo. Und das, obwohl klar ist, dass dort nicht nur Antisemitismus und Rassismus verbreitet wird, sondern immer wieder auch weitere strafbare Handlungen wie Volksverhetzung und Hitlergrüße festgestellt werden müssen. So hatte die Bremer Polizei ein Konzert der Band, die in Lemgo spielte, aus diesen Gründen schon mehrfach verboten! Die Lokalpresse berichtet am 3.10.2013 von einem abgesagten Nazikonzert im Kreis Paderborn!

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